Handbuch für wertvollen Sport

Kleine und grosse Erfolgsgeschichten
4 – Ein Engagement, das ins Schwarze trifft

Was die frühere Berner Regierungsrätin Dora Andres motiviert, den viertgrössten helvetischen Sportverband zu präsidieren: den Schweizer Schiesssportverband.

Dora Andres war bis 2006 Regierungsrätin des Kantons Bern. Seither bietet sie in ihrer Firma im bernischen Schüpfen sogenannte KDR-Dienstleistungen an –  auch für Vereine und Verbände. «KDR», sagt sie, «heisst kreativ, dynamisch, realistisch.» So ist die ehemalige Regierungsrätin nach ihrem Rücktritt und einer längeren Reise durch Südamerika auch selber geblieben. Sie hat erfolgreich das Projekt «Schulen nach Bern» initiiert, das Schulklassen der Sekundarstufe für die Politik sensibilisiert. Und sie hat 2009 das Präsidium des Schweizer Schiesssportverbands übernommen – des viertgrössten Schweizer Sportverbands mit rund 150000 Vereinsmitgliedern und 60000 lizenzierten Sportschützen.

Ganz zufällig war das nicht. Als Berner Polizei- und Militärdirektorin war sie auch für das Schiesswesen zuständig gewesen. Und schon als Kind hatte sie eine enge Beziehung zum Schiesssport. Sie wuchs im kleinen Solothurner Dorf Messen auf, «in einer Schützenfamilie», wie sie sagt – und durfte zusammen mit ihrem älteren Bruder jeweils als Zeigerin amten, wenn der Vater sie am Sonntagmorgen in den Schiessstand mitnahm. Klar, dass sie als Achtzehnjährige den Jungschützenkurs absolvierte. Eine wirklich treffsichere Schützin sei aus ihr allerdings nicht geworden.

Mit ihrer Bereitschaft, viel Zeit und Energie für die Organisation und die Förderung des Schiesssports in der Schweiz aufzuwenden, scheint sie nun aber ins Schwarze getroffen zu haben. «Ja», sagt sie, «langsam trägt der Einsatz Früchte. Das freut mich.» Folgende drei Voraussetzungen seien nötig gewesen, damit sie das Amt übernommen habe: «Ich habe eine positive Einstellung zum Schiessen. Ich glaube, mit meinem Wissen und meiner Erfahrung Wesentliches zum Wohl des Verbands beitragen zu können, zum Beispiel mit meiner Vorstellungskraft oder meiner Fähigkeit, zu organisieren, zu strukturieren und zu motivieren. Und ich spüre, dass es auch mir etwas bringt. Als Präsidentin eines grossen, international vernetzten Sportsverbands kann ich für andere einiges leisten und auch selber immer wieder Neues lernen.»

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