Handbuch für wertvollen Sport

Kleine und grosse Erfolgsgeschichten
2 – Sie machen mit, weil sie es eine tolle Sache finden

Jürg Schneebeli will dem Sport, der ihm stets wichtig war, «etwas zurückgeben» – mit dem von ihm gegründeten Verein Jugendsponsoring.

Jürg Schneebeli wäre in jungen Jahren gern Skilehrer und Badmeister geworden. Doch es kam anders. Er wurde Architekt, Betriebsökonom und selbstständiger Unternehmer in der Baubranche. Dem Sport ist er auf andere Weise aber verbunden geblieben. Er unterstützt junge Athletinnen und Athleten mit dem Projekt Jugendsponsoring, das er 1992 gründete. Anlass dazu war damals die Anfrage, ob er die Leitung eines kleinen Musikvereins übernehmen würde. «Das tat ich dann nicht», sagt er, «betreute aber immerhin die Vereinsfinanzen. Mit Erfolg, wie sich zeigte.» Daraus sei das Jugend-Unterstützungsprojekt entstanden, und zwar für sportliche und musische Talente in der Region. Konkret: für Jugendliche unter 18 Jahren, die in einem an den Zürichsee grenzenden Kanton wohnen (Zürich, St. Gallen oder Schwyz).

Seine Motivation: Junge Sportlerinnen und Musiker sollten es besser haben als er damals. Mit bescheidenen Förderbeiträgen sollten sie die Möglichkeit erhalten, ihre Träume zu verwirklichen und das zu erreichen, was ihm als Bub nicht vergönnt gewesen sei. Der Sport habe ihm in seiner Kindheit und Jugendzeit viel gebracht, sagt Schneebeli: «Ich wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf und fand im Schwimmclub, im Veloclub und auch in der Jugendmusik Freiräume, die für mich wichtig waren. Da konnte ich mich ausleben, mit Kollegen zusammen sein.» Mit dem Jugendsponsoring will er dem Sport etwas zurückgeben: «Im Sport gibt es glücklicherweise viele, die sich als Trainer, Betreuer oder Vereinsfunktionäre zur Verfügung stellen und ehrenamtlich viel Zeit aufwenden. Das kann ich nicht. Deshalb versuche ich, mit Geld meinen Beitrag zu leisten.» Im Lauf der Jahre hat er mit seinem Sponsoringprojekt rund 400 000 Franken gesammelt und an junge Sportlerinnen und Sportler weitergegeben. Derzeit sind es zum Beispiel Biker, Schwimmer, Ruderer oder Trampolinturner – Jugendliche, deren finanzielle Mittel so knapp sind, dass das Erreichen ihrer sportlichen Ziele gefährdet ist. Bedingungen sind «klare Strukturen in Bezug auf das Training, die Ausbildung und die gesteckten Ziele».

Als Gegenleistung wird sonst nichts verlangt – oder höchstens «die Geste, uns aus einem Trainingslager oder von einem Wettkampfeinsatz eine Karte zu schicken», schmunzelt Schneebeli. Und sagt stolz: «Pro Jahr können wir etwa 35 000 Franken verteilen. Unsere gegenwärtig 47 Mitglieder verpflichten sich, jährlich tausend Franken einzuzahlen. Das reicht auch, um uns selber immer wieder ein gemeinsames Essen zu gönnen und ein grösseres Treffen mit den Begünstigten finanzieren zu können.» Warum sich die Gönnermitglieder engagieren? «Ganz einfach», sagt er: «Weil sie es eine tolle Sache finden.»

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